Geschichte |
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Zur Geschichte Vöhrenbachs
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Gründungsurkunde der Stadt Vöhrenbach
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Deutsche Übersetzung der Gründungsurkunde der Stadt Vöhrenbach vom 28. Januar 1244 |
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In diesem Zusammenhang soll die mit der Stadt Vöhrenbach und der Quelle bei der Eremitage Bruderkirchle verbundene Sage kurz erzählt werden: „In vorchristlicher Zeit lebten in Vöhrenbach sieben schon christlich gewordene Jungfrauen als Missionarinnen des neuen Glaubens. Das trug ihnen den Hass der Heiden ein, und Schultheiß Männle ließ sie deshalb als Zauberinnen verbrennen. Vor ihrem Tode auf dem Scheiterhaufen weissagte jede der Frauen zum Schicksal der Stadt: Die Obstbäume werden keine Frucht mehr bringen und die Reben verdorren; die Silbergruben werden nichts mehr abwerfen; Vöhrenbach wird dreimal abbrennen; das Geschlecht der Männdlin wird aussterben, und der beste Mann im Rat wird stets fehlen; der Heidentempel wird zugrundegehen. Der siebente Spruch lautete dahingehend, dass die letzte der Märtyrerinnen einen Schlüsselbund an jenen Ort wirft, wo eine Quelle entspringen wird. Dort taucht in der Karfreitagsnacht ein Fisch mit diesen Schlüsseln auf. Den kann aber nur ein Mensch sehen, der so rein ist wie ein Auge. Wenn das eintritt, wird der Fluch über die Stadt Vöhrenbach aufgehoben.“ |
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Wie auch immer, die Stadt erlebte mehr oder minder betroffen, die Ereignisse der Einfälle französischer Truppen in den Schwarzwald mit: Erbfolgekriege, Revolutionsarmee, Napoleon. Natürlich auch die Geschehnisse des Deutsch-Französischen Krieges 1870 -71, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. In beiden Kriegen waren französische Soldaten in Vöhrenbach interniert: So wurde die neu erbaute Schule im Ersten Weltkrieg als Gefangenenlager für französische Offiziere genutzt. Die nach über 90 Jahren von Nachkommen dieser Offiziere nach Vöhrenbach gebrachten Dokumente zeugen von ehrenvoller und korrekter Behandlung, die ihnen zuteil wurde. An die französischen Gefangenen des Zweiten Weltkrieges erinnert das im Bruderkirchle hängende Gemälde, Geschenk ehemals in Vöhrenbach internierter Franzosen als Dank für gute Behandlung. Deutsche Niederlagen, Inflation und Drittes Reich hinterließen ihre Spuren, wie auch andernorts. Nach dem letzten Krieg gingen die Wechselfälle weiter mit Auf- und Abschwung, Migration und Wirtschaftskrisen. |
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1720 kam in Vöhrenbach die Uhrenproduktion in Familienbetrieben auf. Viele Handwerker mussten aber im Verlauf der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts aufgeben. An ihrer Stelle entfalteten sich Metallindustrie und Musikwerkeproduktion. Der bekannte Orchestrionbauer Michael Welte gründete 1833 in Vöhrenbach seine Fabrik, die er 1872 nach Freiburg verlegte. Auch die Firma Imhof & Muckle als Nachfolgerin, konnte Erfolge in der ganzen Welt erzielen. Nach der Jahrhundertwende entstanden weitere Industriezweige wie Mutternfabriken, Gießereien, Möbel- und Sägewerke, Maschinenbau. Zwischen den Weltkriegen kam eine Zweigniederlassung der Firma Lanz nach Vöhrenbach und nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich eine Zählerwerke- sowie eine Sport- und Jagdwaffenfabrik an. |
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Bildergalerie
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Schon 1906 (Neubau 1967 mit beheiztem Becken) wurde für die Bürger ein Schwimmbad mit Volksbad (öffentliche Wannenbäder) eingerichtet, 1912 ein Krankenhaus und 1913 wurde ein Schulhaus mit Turnhalle geschaffen. Örtliches Mäzenatentum ermöglichte schon damals Lehrmittelfreiheit. Als größtes städtisches Projekt gilt die Linachtalsperre (1922 – 1925), deren Finanzierung die Stadt an den Rand des Ruins brachte, der nur durch Abholzung des Stadtwaldes und Verkauf des Holzes abgewendet werden konnte. Die Talsperre wurde wegen Baufälligkeit 1969 stillgelegt. Jedoch wurden die Turbinen 1998 als Durchleitungskraftwerk wieder in Betrieb genommen. Seither produziert das Kraftwerk umweltfreundlichen Strom. In den Jahren 2006 bis 2007 wurde die Talsperre komplett saniert und der Stausee wieder gefüllt. Die Linachtalsperre mit ihrem Stausee dient jetzt wieder dem Zweck, Strom zu erzeugen und wurde zu einem beliebten touristischen und technikgeschichtlichen Ausflugsziel. |
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In Vöhrenbach lebten einige Künstlerpersönlichkeiten von überregionaler Bedeutung. Von Adam Winterhalder (1652 - 1737) und seinem Sohn Johann Michael (1706 - 1759) stammen der Hochaltar und die Seitenaltäre der 1953 abgebrochenen katholischen Stadtkirche. Deren Figuren wurden in der neuen Kirche wieder aufgestellt, die Altäre vernichtet. Mitglieder der Familie Winterhalder traten über mehrere Generationen in Vöhrenbach, aber auch in Mähren, als Bildhauer und Maler in Erscheinung. Mit dem Bildhauer und Vöhrenbacher Ratschreiber Adolph Winterhalder (1846 – 1900) endete diese Tradition. Zu nennen sind ferner die Bildhauer Adolf Heer (1846 – 1898) und Adolf Bermann (1862 – 1947), die weit über Vöhrenbach hinaus wirkten. Weiters sind erwähnenswert der Maler Casimir Stegerer, der in der Badischen Revolution aktiv war, 1813 geboren und seit 1849 als er nach Amerika auswanderte, verschollen, der Maler Johann Dorer (1883 – 1915), Toni Merz (1895 – 1966) ebenfalls Kunstmaler, die Malerin Vera von Buch (1903 – 2004), Josef Albert Rissler (1908 – 1982) Maler und Bildhauer. |
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Erwähnt werden soll auch der in Vöhrenbach praktizierte alte Brauch des Rätschens in der Karwoche, der bis heute von den Rätschbuben nach bestimmten Regeln bei Vortrag altüberkommener Verse ausgeübt wird. |
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